Bike fitting

Bike fitting – Luxus oder Must-have fürs Rennrad

„Bike fitting ist doch nur was für Profis. Als Amateur braucht das doch niemand!“ Das war bis vor kurzem noch meine eindeutige Meinung. Ich fahre seit vielen Jahren Rennrad und eigentlich habe ich mich immer auf dem Drahtesel wohl gefühlt. Ok, manchmal habe ich einen etwas steifen Nacken bekommen oder meine Hände haben angefangen zu kribbeln. Aber das gehört doch irgendwie dazu, oder? Seitdem ich aber immer öfter längere Strecken fahre und vier bis fünf Stunden im Sattel verbringe, habe ich auch ein taubes Gefühl im Schritt. Das kann nicht richtig sein! Was ich dagegen getan habe und welche Maßnahmen mir geholfen haben könnt Ihr hier lesen!

Bike fitting ist nur Luxus!?

Oft wird in Foren und Facebook-Kommentaren die Frage nach einem guten Bike fitting gestellt. Dabei tauchen dann immer wieder Namen wie STAPS, Radlabor oder Ähnliche auf. Aber warum braucht man den eine genaue Vermessung und Einstellung des Fahrrads? Dieser Frage wollte ich auf den Grund gehen, obwohl ich vermeintlich keine Probleme mit meiner Sitzposition auf dem Rennrad habe. Beim Kauf meines Triathlonrads wurde dieses direkt beim Kauf auf meine Größe eingestellt. Sitzhöhe, Sattel und die Extensions wurden neu positioniert und ich war abfahrtbereit. Hier habe ich immer das Gefühl, dass ich stundenlang und ohne Probleme fahren kann. Da ich hier keinen richtigen Vorher-/ Nachher- Vergleich hatte, konnte ich die Arbeit nicht validieren. Bei meinem Rennrad sieht es jedoch etwas anders aus.

Bike_fitting_vorher
Sitzposition vorher

Wo kommen die Schmerzen her?

Eigentlich habe ich den Nackenschmerzen und den kribbelnden Händen nie viel Beachtung geschenkt. Besonders, da sie eh immer erst nach zwei bis drei Stunden auftraten und ich selten so lange gefahren bin. Aber jetzt kommen die Scherzen immer häufiger und schneller. Insbesondere bei langen Trainings auf der Rolle. Außerdem habe ich ein taubes Gefühl im Schritt bekommen. Also habe ich mich entschlossen einen Termin beim Radlabor zum Bike fitting in München zu vereinbaren. Das ging dann auch recht fix.

Messen, messen, messen und ein bisschen Einstellen

Nach einem ausführlichen Eingangsgespräch mit Anamnese sind wir auch direkt in die Praxis übergegangen. Erstmal musste der Ist-Zustand erfasst werden. Also Sportler und Sportgerät ordentlich vermessen. Beinlänge außen und innen, Schulterbreite, Kniegelenk, Sitzhöhe, Sitzlänge, Sitzknochenabstand usw. wurden aufs Genauste ermittelt. Softwaregestützt wurde dann eine Positionsempfehlung abgegeben, wobei auch Peter vom Radlabor viel Know-how in die Feinabstimmung eingebracht hat.

Bike_fitting_nachher
Sitzposition nachher

Mit der Veränderung kommt die Verbesserung

Als erstes sind wir die Taubheitsgefühle im Schritt angegangen. Mein Sitzknochenabstand beträgt 142mm, mein aktueller Sattel hat jedoch nur 140mm an der breitesten Stelle. Kein Wunder eigentlich, dass ich regelmäßig aufs Schambein gerutscht bin und mir dabei alles abgeklemmt habe. Danach haben wir uns mit dem Öffnungswinkel meines Knies beschäftigt und herausgefunden, dass hier noch viel Potential nach oben war. Durch den zu kleinen Winkel konnte ich gar nicht die Kraft optimal übertragen. Außerdem haben wir durch die Anpassung von Sattelhöhe und Änderung des Vorbaus eine entspanntere Position gefunden, die sowohl meine Schultern als auch meine Handgelenke entlastet. Durch die falsche Belastung sind die Nerven im Karpaltunnel abgedrückt worden und das Kribbeln in der Hand war da. Schon auf der anschließenden Heimfahrt hatte ich das Gefühl, dass ab jetzt alles ein wenig angenehmer wird.

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